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Letzter Aufruf

STORIESPosted by Ulrike 12 Dec, 2010 21:34
01. 10. 2009

Man hört sie auf allen Flughäfen dieser Welt, permanent und in jeder Sprache: die letzten Aufrufe. „Passagier Backfisch, gebucht nach Kopenhagen (!), wird gebeten, sich umgehend am Flugsteig XY einzufinden.“ Und wer hat noch nicht damit gerechnet, dass gleich der eigene Name fällt? Das passiert jedoch selten, wenn man in letzter Sekunde und größter Eile zum Gate hastet. Wachsamkeit ist allerdings angesagt, wenn man auf einem Zwischenstopp mehrere Stunden auf dem Flughafen sitzt, selbst wenn man nicht einschläft. Die Gefahr, nach dem 8. Kaffee die Zeit zu vergessen, ist groß und Gatewechsel gerne genommen, um die Spannung zu erhöhen. „Passagier Homuth, gebucht nach Berlin Tegel, bitte begeben Sie sich umgehend zu Flugsteig D“. Ich war tatsächlich gemeint! Vor Schreck ließ ich glatt die Zeitschrift fallen, in der ich gelangweilt geblättert hatte, da die Zeit absolut nicht vergehen wollte. Nun stürzte ich zum genannten Gate, wo mich ein Steward, der überhaupt nicht in Eile zu sein schien, freundlich begrüßte und um etwas Geduld bat, denn wir müssten noch auf den Zubringerbus warten. Fehlte nur noch, dass er mir nen Kaffee anbot mit den Worten: "Ach Frau Homuth, schön dass Sie uns die Ehre geben und auch endlich das Gate gefunden haben, nehmen Sie Milch und Zucker...?" Vielleicht suchte Guido Cantz ja auch schon nach neuen Motiven für "Verstehen Sie Spaß?". Ich schaute mich in der Halle um, aber ich war tatsächlich die Einzige. Der Bus kam, lud mich ein und fuhr mit mir ganz alleine über das Rollfeld zum Flugzeug. Der Busfahrer grinste. ‚Schon wieder so eine Verpeilte’, schien er zu denken. Ich konnte diese exklusive Fahrt leider nicht so richtig genießen. Jetzt gibt’s bei Einstieg bestimmt gleich ne La Ola, dachte ich, aber nicht vor Freude... Doch meine Erwartungen wurden nicht erfüllt. Vielleicht hätte ich mir für meinen großen Auftritt wenigstens noch mal die Haare kämmen sollen - so viel konzentrierte Aufmerksamkeit bekommt man ja auch nicht alle Tage. Kurz darauf hörte ich schon „Boarding completed“, was mir immerhin den Mut gab, mich in eine komplett freie Sitzreihe zu setzen. Schließlich kam ja keiner mehr.. Und eines weiß ich mit ziemlicher Sicherheit: das nächste Mal, wenn es wieder heißt, die Maschine sei zum Einstieg bereit, werde ich mich so entspannt, wie es in dieser Situation geht, zurücklehnen, um mir dann in aller Ruhe den besten Platz auszusuchen. Man ist ja lernfähig. Allerdings sei hinzugefügt, dass diese Taktik für Easy Jet Flüge nicht geeignet ist...