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Do buy in Dubai

STORIESPosted by Ulrike 12 Dec, 2010 21:31
30. 08. 2009

Höher, weiter, schneller, größer - kein Superlativ könnte diese Stadt exakt beschreiben. Neben den höchsten Wolkenkratzern und größten Einkaufszentren gibt es fast nichts, was hier unmöglich wäre: ob Ski fahren oder Eislaufen bei 40Grad Außentemperatur, Boot fahren auf künstlich angelegten Gewässern, Kaffee trinken in einer der zahlreichen Malls oder eben shoppen. Dubai assoziiert "Do buy". Shopping Malls haben hier in etwa die Funktion von Spielplätzen oder Freizeitparks, und zwar für die ganze Familie! Wer jemals die Familienkarawanen beobachtet hat, die mit Aufkommen der ersten Sonnenstrahlen zum Grillen in den Tiergarten ziehen, hat nur ansatzweise eine Vorstellung davon, was sich in den mittlerweile 40 Einkaufszentrentren in Dubai abspielt. Nicht ohne Grund, denn diese sind klimatisiert und bieten neben zahlreichen Geschäften auch unzählige Freizeitangebote der Superlative - die Skipiste (natürlich die größte Indoor Skipiste der Welt) ersetzt den Winterurlaub, das überdimensionale Aquarium den Besuch im Zoo. Die Eislaufhalle hat olympisches Ausmaß und der Gold-Souk ist natürlich ein detailgetreuer Abklatsch eines traditionellen Goldmarktes.. Ob jung oder alt - hier ist für jeden etwas dabei.

..wo Kommerz regiert, wird man auch in Sachen Werbefläche erfinderisch..

So ist es kein Wunder, dass sich mein Eindruck von Dubai in einer Mischung aus Staunen, Respekt und Befremden äußerte: Respekt einerseits, dass in so kurzer Zeit aus einem Fischerdorf diese Stadt der Superlative entstehen konnte, Befremden andererseits ob all des Überflusses, des Artifiziellen, des Anscheins, die ganze Welt in allem übertrumpfen zu wollen und der Selbstverständlichkeit, mit der damit umgegangen wird. Alles wirkt künstlich, und doch scheint es eine Menge Menschen hierher zu ziehen, um zumindest zeitweise von diesem Wohlstand zu profitieren. Wochenendtouristen fliegen zur besten Wintersportzeit nach Dubai, um in einer Halle (!) bei tropischen Aussentemperaturen Ski zu fahren, in einem der 46 Fünf-Sterne-Hotels zu übernachten (die mittlerweile zum Teil sogar erschwinglich sind, denn die Finanzkrise hat auch vor Dubai nicht Halt gemacht) und die angesagteste Mode mit nach Hause zu nehmen, auch wenn sie hier keinen Cent günstiger ist, als daheim. Dabei zu sein, ist alles. Unter all der künstlichen Perfektheit bleibt wenig Platz für Ursprüngliches, gerade mal 20Prozent der Einwohner sind Einheimische. Mein persönliches Highlight in Dubai war nicht der Besuch der Sky Bar im Burj Al Arab und auch nicht das Schlendern durch die Dubai Mall oder der Blick auf den Burj Dubai, den höchsten Wolkenkratzer der Welt, sondern ein Superlativ der handgemachten Art, bei dessen Perfektion mir der Mund offen stehen blieb: die Show "Alegria" im Cirque du Soleil - echte Kunst in einer Oase der Künstlichkeit.

Und soll ich Ihnen verraten, wann ich mich wieder richtig heimisch gefühlt habe? Als ich in Berlin am Flughafen in den Bus stieg, und der Berliner Busfahrer in der mir vertrauten Berliner Art durch das Mikrofon brüllte: " Wenn die Dame ma ihren Astralkörper aus der Einjangstür bewejen würden, dann könnte ick och losfahrn. Also alle ma uffrückn!" Da war nichts gekünstelt und ich hatte das gute Gefühl, wieder zu Hause zu sein.