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Happy Shopping

STORIESPosted by Ulrike 20 Jul, 2011 18:17
20.07.2011

Wir leben in einer Konsumwelt. Das ist unbestritten. Ob man das befürwortet oder nicht, sei erstmal dahin gestellt. Fakt ist jedoch, dass jeder Mensch, ob Männlein oder Weiblein, immer mal wieder die Wirtschaft ankurbelt, indem er „shoppen“ geht. Da die Zeiten der Tauschgeschäfte längst vorbei sind, muss man zeitweilige Shoppingphasen sogar befürworten, denn schließlich kann man Geld weder essen noch anziehen. Auch sammeln macht nicht viel Sinn. Geld muss fließen, das ist auch energetisch besser.

„Geld stinkt nicht“, so sagt der Volksmund. Aber wenn es so wäre, würden vielleicht auch die Herren der Schöpfung mehr Spaß am ausgeben haben. Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber ich kenne nicht einen einzigen Mann, der erstens gerne shoppen geht – und damit meine ich wirklich etwas kaufen und nicht nur die Frau begleiten und Tüten tragen – und der zweitens, wie wir Frauen kurzentschlossen und ohne zu überlegen zuschlägt, wenn sich die Gelegenheit bietet. Männer müssen abwägen, vergleichen, drüber schlafen – und wenn sie sich nach vielen schlaflosen Nächten und Rennereien durch diverse Geschäfte endlich zum Kauf entschieden haben, ist das Produkt der Begierde entweder nicht mehr zu haben oder bereits aus der Mode. Und dann ärgern sie sich oder reden sich selbst ein, dass sie es ja eigentlich sowieso nicht brauchen. Deshalb kommen Männer eher zu Geld – aber sind sie auch die glücklicheren Menschen?

Shoppen macht glücklich. Das ist mittlerweile erwiesen. Nur warum, das hat man noch nicht herausgefunden. Vielleicht weil wir Frauen die unvergleichliche Gabe besitzen, uns wie Kinder über Dinge zu freuen, von denen uns bis dato noch nicht einmal klar war, dass es sie gibt, geschweige denn, dass wir sie gebrauchen könnten. Wir müssen nicht nach tollen Produkten suchen, die Dinge, die wir vermeintlich benötigen, finden uns! Und wenn wir uns mal ärgern, dann höchstens darüber, dass das neu erstandene Lieblingsstück im Laden nebenan noch günstiger zu haben war. Aber natürlich ist es nicht das Gleiche – unseres ist viel schöner, reden wir unserem schlechten Gewissen gut zu. Und bleiben happy.

Wir können uns sogar über Sachen freuen, die über kurz oder lang in der hintersten Ecke des Schrankes landen und von denen wir von vornherein schon wissen, dass wir sie nicht oft benutzen werden. Aber wir kaufen sie trotzdem. Weil wir es uns leisten können, oder auch nicht. Oder weil sie gerade da sind und uns anlachen, und weil man sie ja eventuell mal gebrauchen könnte. Oder weil man bei bei der besten Freundin gerade etwas Ähnliches gesehen hat. Oder weil man das Gefühl hat, damit attraktiver und begehrenswerter zu wirken. Oder weil uns endlich mal jemand zuhört. Oder weil sie einfach schön und wir gut drauf sind. Oder weil uns just bei ihrem Anblick einfällt, wie sehr man sich so etwas schon immer gewünscht hat. Oder weil sie perfekt zu dem anderen neuen Stück passen, was wir gerade gekauft haben. Oder weil der Verkäufer ein ziemlicher Stratege aber so wahnsinnig nett ist und uns obendrein an den letzten Urlaubsflirt erinnert. Da spielt dann auch der Preis keine Rolle mehr. So kauften sich schon manche Menschen in den Ruin.

Aber uns passiert das nicht. Wir haben alles unter Kontrolle. Bis zum nächsten Einkauf…