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Neuigkeiten und Geschichten aus Ulrikes Welt finden Sie hier.

Urlaub auf Abwegen

STORIESPosted by Ulrike 11 Jul, 2011 16:11
11.07.2011

Hochsommerliche Hitze staut sich in den Pflastern der Stadt, die Klamotten kleben am Leib und man wünscht sich nichts sehnlicher, als endlich in den wohlverdienten Urlaub aufzubrechen. Urlauber mit Frühbucherbonus freuen sich zum Teil schon seit Jahren auf diesen Moment. Ist er dann endlich da, kann er den über unendlich lange Zeit gesammelten eigenen Erwartungen oft gar nicht mehr gerecht werden. Der Urlaub wird zur Farce, Paare streiten sich, lernen neue Partner kennen, mit denen in ein paar Jahren das gleiche Spiel losgeht. Aber warum dieses ewige Jammern auf höchstem Niveau gerade in der schönsten Zeit des Jahres? Wie kann man dem entkommen? Mein Tipp: gehen Sie weg von Gewohnheiten, verlassen Sie den immer gleichen Urlaubsort und das seit Generationen lieb gewonnene Hotel mit dem netten Kellner, wo früher auch alles besser war. Versuchen Sie mal Urlaub auf andere Art, wagen Sie ein Abenteuer! Dazu müssen Sie nicht gleich ne Safari in Afrika buchen. Wer etwas erleben will, was er noch nie erlebt hat, muss Dinge tun, die er noch nie getan hat. Das geht auch mit dem eigenen Partner! Machen Sie einfach mal Urlaub auf engstem Raum, wie in der ersten Phase Ihrer Verliebtheit. Ich verspreche Ihnen, das ist Abenteuerurlaub in Perfektion! Ideal dafür ist beispielsweise eine Reise im Wohnmobil mit einfachster Ausstattung. Das ist wie Therapie! Hier geht es nicht darum, ob die Pooltücher, wie im Katalog beschrieben, tatsächlich täglich gewechselt werden oder ob ein oder zwei Gläser Wein zum Abendessen im Preis inbegriffen sind. Nein, hier geht es um die Basis: wer kocht und wer leert die chemische Toilette aus? Sie werden keine Zeit haben, sich mit überflüssigen Dingen auseinander zu setzen. Erholung pur!

Wer Auto fahren im Urlaub nicht so mag, dem empfehle ich einen Segeltörn - ebenfalls eine ideale Gelegenheit, Leute mal so richtig gut kennenzulernen! Ein Segelboot ist klein, hellhörig und bietet weder Gelegenheit für Maskerade, noch Rückzugsmöglichkeiten. Es sei denn, Sie springen direkt ins Meer… Um einen solchen Segeltrip zu planen, muss man kein ausgebildeter Skipper sein. Wer keine Segelerfahrung hat, bucht einfach einen einheimischen Skipper dazu, und meistens kennt dieser auch noch die schönsten Plätze und idyllischsten Buchten. Ein phantastisches Segelgebiet ist beispielsweise die Adria. Von Berlin aus in knapp 2 Stunden bequem zu erreichen, landen Sie direkt in der kroatischen Antwort auf die Karibik: kristallklares Wasser mit einem Farbspiel von dunkel- bis türkisblau, stets eine leichte Brise, die einen sanft umspielt, und Sonne satt, die vom strahlend blauen Himmel lacht. Was braucht man mehr? Es gibt kaum etwas Schöneres, als morgens mit der Sonne aufzuwachen und noch vor dem ersten Kaffee im kühlen Meer zu schwimmen. Noch dazu werden Sie unter diesen Bedingungen Ihrem Partner so nah sein, wie noch nie. Und wenn er Ihnen bei Seekrankheit noch die Haare aus dem Gesicht hält, dann liebt er Sie wirklich..

1. Kroatien - ein paradiesischer Traum. 2. Meine Patientin Gudrun hat doch tatsächlich den Skipper rumgekriegt und bekommt jetzt ein eigenes Boot. Na prost Mahlzeit...!

Frühlingsgefühle

STORIESPosted by Ulrike 21 Apr, 2011 00:03
20. 04. 2011

Frühling in Berlin. Die ersten Tage mit Temperaturen über 20 Grad und Sonne satt. Die Stadt dreht durch. Alles rennt aus den Häusern, drängt sich auf den Straßen und in den Cafés. Sonnenplätze sind rar und hart umkämpft. Wer keinen Balkon oder kein Café in der Nähe hat, stellt sich einfach einen Stuhl vor die Tür auf den Bürgersteig. Mitten an der Kreuzung. Hauptsache draußen. Das ist Berlin: geht nicht gibt’s nicht. Man wird kreativ. Die wenigen Grünflächen sind als solche kaum noch zu erkennen, zu viele Menschen drängen sich auf ihnen. Volksfestcharakter herrscht in der Stadt, auch ohne Fest. Der Mauerpark zieht Menschen aus der ganzen Welt an, nur laufen kann man nicht vor lauter Gedränge. Fast wie damals, auf ner Demo. Vielleicht ist es das, was die Leute in den Osten zieht. Authentizität nennt man das wohl. Oder Ostalgie.

Auch das riesige Gelände des ehemaligen Flughafens Tempelhof verwandelt sich in eine einzige Grill-, Skate- und Radelfläche. Selbst ne Speaker`s Corner gibt es, wo jeder, der sich selbst gerne reden hört, mal was sagen darf. Und zu sagen hat ja irgendwie jeder was.

Ich frage mich: wo waren all diese Leute im Winter? Bei manchen sieht man es deutlich: Unmengen von jungen Müttern bevölkern die Parks. Da weiß man wenigstens, was die im Winter gemacht haben. Die waren fleißig und zeigen nun voller Stolz ihr Produkt.

Bei allen anderen setzt im Frühjahr eine andere Art der Schaffenskraft ein: es wird renoviert, gebaut und erneuert was das Zeug hält. Die Frühlingssonne scheint jedes Jahr aufs Neue ungeahnte Kräfte in den Menschen frei zu setzen, die dazu führen, alles bisher Gewesene als alt und nichtig zu erklären und jetzt aber mal richtig neu durchzustarten. Frühjahrsputz oder Feng Shui (übersetzt: „weg mit dem Mist, jetzt kommt was Neues“) lautet die Devise. Das führt nicht selten zur Trennung von über Jahre lieb gewonnenen Dingen – von Klamotten über Möbel bis hin zum Lebenspartner. Aber warum dieser blinde Aktionismus immer im Frühling? Was passiert da mit uns Menschen?

Gut, nach einem langen und kalten Winter ist es verständlich, dass man keine Lust mehr hat, ständig mehrere Kleidungsschichten übereinander zu ziehen und sich zu verhüllen. Aber ich bezweifle, dass jeder vor der Entblätterung genau hinschaut, was da unter seinen ganzen Klamotten eigentlich zum Vorschein kommt. Mal ehrlich – der Frühling ist doch die Jahreszeit, wo man generell am unvorteilhaftesten aussieht. Nach Monaten ohne Licht und Sonne ist der Begriff „vornehme Blässe“ noch nett ausgedrückt. Gepaart mit dem stets vorhandenen und hartnäckigen Winterspeck bringen die fröhlichen Sommerfarben meistens nur die anderen zum lachen. Das ist übrigens ein Grund, warum ich im Frühling immer schlechte Laune habe. So, nun ist es raus. Aber es ist doch wahr. So schön der Frühling in all seiner Blüte auch anzuschauen ist (Allergiker können sogar genau die Pflanzenart bestimmen, die gerade blüht), er bringt doch nur Probleme mit sich.

Erstes Problem: was zieht man an oder aus bzw. was kann man anderen Leuten überhaupt zumuten, sich anzuschauen? Zu den oben genannten Punkten kommt noch, dass man stets daran denken muss, sich die Beine zu rasieren, die Füße, ein über Monate vernachlässigter Teil unseres Körpers, zu pediküren, Sonnencreme aufzutragen, was mit zunehmendem Alter immer essentieller wird und außerdem immer eine Sonnenbrille für die Anonymität sowie eine Jacke für die kühlen Nächte dabei zu haben. Das ist im Winter einfacher: draußen – Jacke an, drinnen – Jacke aus. Fertig. Und wenn man mal zu viel gegessen hat, einfach einen langen Pullover drüber. Im Frühling musst du jedes Mal eine Schwangerschaft vortäuschen.

Zweites Problem: die Betriebsamkeit. Plötzlich werden alle lang gehegten guten Vorhaben in die Tat umgesetzt. Jeder joggt, skatet, radelt oder rennt sonst irgendwie durch die Gegend, nur um sich an frischer Luft sportlich zu betätigen und die vorgenommenen 10 Kilo vom Winter wieder abzuspecken. Manche kaufen sich eigens dafür sogar einen Hund. Für die Motivation. Denn wenn der muss, dann muss man auch - raus und rennen. Ich habe da aber gar keine Lust drauf. Und schon – zack – kriegt man ein schlechtes Gewissen. Denn schließlich machen das ja alle so.

Drittes Problem: wenn draußen die Sonne scheint, will ich draußen sein. Das liegt scheinbar in des Deutschen Natur, weil die Sonne ja so selten scheint. Hat man aber was zu tun, stellt sich sofort das schlechte Gewissen ein, und zwar immer! Gehst du deinem Gefühl nach und nach draußen, schreit das schlechte Gewissen: Du sollst arbeiten! Bleibst du drinnen und arbeitest brav, brüllt es: Geh raus bei dem schönen Wetter! Fazit: permanent schlechtes Gewissen. Da hab ich doch lieber trübes Wetter - kein schlechtes Gewissen und die Arbeit wird gemacht.

Schließlich gibt es ja auch noch die Wochenenden und Feiertage. Da könnte man dann ja mal ohne schlechtes Gewissen raus – denken sich alle anderen auch. Und so verbringt man die freien Tage dann im Stau auf der Autobahn oder in überfüllten Zügen. Immerhin scheint da dann die Sonne noch zum Fenster rein und es ist sogar windgeschützt. Alternativ steht man mit dem Fahrrad im Smog oder sucht vergebens nach einer Abstellmöglichkeit für den Drahtesel, der in diesen Tagen nicht selten zum Packesel mutiert, weil man ja für alle Gelegenheiten gewappnet sein muss.

Fazit: Frühling ist nur dann schön, wenn man sich darauf vorbereiten kann. Also warte ich die erste Sonnenwelle ab und gehe erst später raus. Dann bin ich gut vorbereitet, habe kein schlechtes Gewissen mehr (schließlich ist ja schon seit Wochen schönes Wetter) und die erste Betriebsamkeit hat sich auch etwas gelegt. Falls nicht, gehe ich einfach bei Regen raus. Da kann ich mich anziehen, wie ich will, und ich habe definitiv meine Ruhe.



Nur Fliegen ist schöner..

STORIESPosted by Ulrike 24 Jan, 2011 07:37

24.01.2011

Bin mal wieder unterwegs - auf dem Flughafen. Ich mag Flughäfen. Ich komme mir dort immer irgendwie kosmopolitisch vor. Insbesondere dann, wenn ich für einen Kaffee und ein Mineralwasser schlappe 9 Euro zahlen darf…

Flughäfen sind aufregend und abenteuerlich. Hier beginnen und enden Reisen, entscheiden sich Menschenschicksale. Über Abschied und Wiedersehen, meine ich. Alles andere möchte ich jetzt lieber nicht in Betracht ziehen. Schlimm genug, dass ich neulich auf einem Langstreckenflug neben so ´nem Angstkandidaten sitzen musste. Vermutlich ein Sex Tourist, man hat ja so seine Bilder im Kopf. Zufällig ging der Flieger auch nach Bangkok.. Auf jeden Fall war dieser Tourist kein Anfänger, denn er war bereits zweckmäßig mit Adiletten und Jogginghose bekleidet. Letztere saß dann auch so bequem, dass sie ihm bei jedem Aufstehen ein paar Zentimeter tiefer rutschte und recht bald unter seiner Kimme saß. Und er stand sehr oft auf. Eigentlich erinnerte es schon fast an Stuhltanz, nur dass er immer wieder auf den gleichen Platz zurück fand. Und der befand sich leider neben mir! Zu seinem ersten Toilettengang nahm er eine Duty Free Tüte und eine leere Wasserflasche mit um dann, oh Wunder, nur mit der Wasserflasche zurückzukehren. Diese war dann allerdings voll - genauso voll wie er nach dem dritten Toilettengang, was wiederum dazu führte, dass er seinen Körper selbst im Sitzen nicht mehr unter Kontrolle hatte und entspannt immer weiter auf meinen Sitz und bald auf mich drauf rutschte. Da er, sobald er saß, auch sofort einschlief (eine Tatsache, die ich nicht ohne Neid zur Kenntnis nahm, denn an Schlaf war bei mir in keinster Weise mehr zu denken), rann ihm dabei noch ein Rinnsal feinsten Speichels aus dem Mundwinkel. Ich konnte gar nicht wegschauen und hatte die Kleenex Tücher schon in der Hand, als er erneut zur Toilette aufbrach (..ich versuche, das letzte Wort nicht mit Bildern zu assoziieren..) Mittlerweile war er so betrunken, dass er in die kleine asiatische Stewardess mit dem randvollen Getränketablett hinein torkelte. Diese erhörte daraufhin endlich meine Bitten und ich wurde wegen Unzumutbarkeit umgesetzt. Immerhin bekam ich einen Sitz am Notausgang mit viel Beinfreiheit, der normalerweise der Besatzung vorbehalten ist. Sollten die sich ruhig auch mal neben so nen Jogginghosen-Touristen setzen! Studie am lebenden Objekt nennt man das wohl.

Ich frage mich nur, wie solche Leute sich auf Großflughäfen zurechtfinden, was für Normalsterbliche ja schon eine Herausforderung darstellt und auch oft eine Frage des Ermessens ist. Wenn an einer Drehtür beispielsweise steht: ‚Bitte nicht drücken‘, und direkt darunter:‘ Im Notfall drücken‘, dann frage ich mich, wie definiert sich Notfall? Haben Sie sich darüber mal Gedanken gemacht? Für mich wäre in dem Moment der Flieger, der gegebenenfalls sonst ohne mich starten würde, ganz klar ein Notfall. Oder Hunger. Oder ein dicker Mensch, der mit seiner Leibesfülle oder seinen Koffern die Tür blockiert. Eigentlich gibt es auf Flughäfen ausschließlich Notsituationen, da erübrigt sich der erste Satz eigentlich. Und außerdem, wer hat schon die Zeit, sich die Aufschriften auf einer Drehtür durchzulesen, während er zum nächsten Gate hastet?!

Was ich auch nie kapiert habe, warum manche Menschen ausgerechnet kurz vor der Sicherheitsabsperrung nochmal so richtig Durst bekommen. Da werden Unmengen an Flüssigkeiten in Wohlstandskörper gekippt, als ginge der nächste Flieger in die Kalahari und an Bord wäre der Tomatensaft ausgegangen. Und wenn der Liter Flüssigkeit, der vor der Absperrung immerhin geschätzte 50 Cent billiger war, dann doch nicht mehr ganz ausgetrunken wird, stellt man die angefangene Flasche auch gerne mal AUF die bereitstehende Entsorgungstonne. Welcher soziale Hintergrund verbirgt sich dahinter? Ich meine, diese Tonne steht dort einzig und allein zu dem Zweck, dass man seine Flaschen IN dieser entsorgt. Ich kenne niemanden, der kurz vor dem X-Ray nochmal schnell zu so ner angefangenen, warmen Cola gegriffen hätte, dankbar, dass sein Vorgänger ihm einen Schluck übrig gelassen hat.

Ganz suspekt sind mir außerdem Chartermaschinen. Das sind die Flieger, wo bei der Landung alle Gäste ohne vorherige Absprache in frenetische Applaus ausbrechen, egal wie sanft oder unsanft der Pilot das Flugzeug zu Boden gebracht hat. Hat wohl etwas mit Erleichterung zu tun. Vielleicht muss man bei der Buchung solcher Pauschalreisen vorher ankreuzen, ob man unter Flugangst leidet. Und dann werden alle Passagiere mit Flugangst in einen einzigen Flieger gestopft. Das ist Psychologie - wenn dein Nachbar noch mehr zittert als du, fühlst du dich gleich besser. Und am Ende gibt’s den gemeinsamen großen Erleichterungsapplaus. Und weil der ganz sicher immer kommt, werden solche Maschinen aus Motivationsgründen meistens von Auszubildenden geflogen. Anders kann ich mir das nicht erklären. Ich habe auch noch nie erlebt, dass im Bus geklatscht wurde, weil der Fahrer so schön an die Haltestelle rangefahren ist. Oder in der U-Bahn, weil sie auch im Dunkeln die Station gefunden hat.

Ein weiteres Highlight auf Flughäfen sind die Durchsagen. Da beginnt oft das heitere Sprachenraten, und wenn man dann endlich erahnt hat, welche Sprache gemeint gewesen sein könnte, hat man meistens schon wieder vergessen, WAS eigentlich durchgesagt wurde. Also lieber rechtzeitig zum Gate und wenn’s dann zu lange dauert, kann man immer noch für 9 Euro Getränke kaufen. Es sei denn, man hat Glück und vor dem X-Ray stand noch ne angefangene Cola.

Muss los, ich glaube, sie haben mich aufgerufen..

Gute Vorsätze

STORIESPosted by Ulrike 11 Jan, 2011 16:20
11. 01. 2011

Eigentlich hatte ich mir schon längst vorgenommen, endlich mal wieder einen Text zu schreiben...

Aber man kennt das ja: entweder man muss plötzlich dringend die Wohnung putzen, oder einkaufen oder Schränke sortieren, oder man macht eine Liste, auf die man schreibt, dass man mal wieder die Wohnung putzen, einkaufen oder Schränke sortieren müsste. Auf jeden Fall tut man alles, nur nicht das, was man sich eigentlich vorgenommen hatte.

Haben Sie sich für 2011 etwas vorgenommen? Etwas Realistisches, meine ich? Dass wir alle mehr Sport machen, uns gesünder ernähren und bessere Menschen sein wollen, das ist ja eh klar. Jedes Jahr auf's Neue. Mit realistisch meine ich zum Beispiel, dass man dankbar ist. Wofür, fragen Sie sich jetzt? Na zum Beispiel, dass sie diesen Text jetzt gerade lesen können. Ich meine, sie könnten alternativ jetzt auch schlimmere Dinge tun, z.B. Wohnung putzen, einkaufen, Schränke sortieren...
Nein im Ernst, man sollte einfach dankbar sein für das, was man hat. Dann bedarf es auch keiner guten Vorsätze mehr, irgendetwas besser machen zu wollen. Denn wenn alles gut ist, so wie es ist, was soll dann noch besser werden? Tun Sie alles mit Leidenschaft, und Sie werden Spaß daran haben! Auch wenn Sie gerade die Wohnung putzen, einkaufen oder Schränke sortieren...

Was nutzt es denn, sich Dinge vorzunehmen, die man sowieso nicht einhalten kann. Ein Freund wollte beispielsweise ab 1. Januar nicht mehr so viel trinken. Nur noch 1 Getränk pro Abend, maximal. Gestern hat er kapituliert, weil ihn die Verkäuferin im Supermarkt schon komisch angeguckt hat, als er seine Wochenration von 7 Flaschen Wodka auf Vorrat kaufen wollte. Dann doch lieber keine Vorsätze. Wenn es so sein sollte, dass wir nicht trinken, schlemmen, genießen, wozu haben wir dann diese Vielfalt an Lebensmitteln? Wer will uns damit testen?

Gut, wird der ein oder andere jetzt argumentieren, wenn es andererseits so sein soll, dass wir regelmässig Sport treiben, wozu gibt es dann den inneren Schweinehund? Das frage ich mich allerdings auch. Aber um ihn mir wohlgesonnen zu halten, esse ich jetzt erstmal ne Wurst. Und danach schreibe ich ne neue Liste...

Frohes neues Jahr!

Die schönste Zeit des Jahres

STORIESPosted by Ulrike 12 Dec, 2010 22:48
12. 12. 2010

Wer sagt eigentlich, dass Weihnachten die schönste Zeit des Jahres ist? Ich fasse mal kurz zusammen, wie sich die besinnliche Vorweihnachtszeit in einer deutschen Großstadt darstellt:

Es ist eisig kalt, gestresste Menschen jagen dank Adventsshopping mittlerweile rund um die Uhr durch überfüllte Einkaufszentren auf der Suche nach Geschenken für Personen, die sie normalerweise gar nicht beschenken würden. Die Strassen sind voll gestopft wie die Mastgänse an den Feiertagen, und aus jeder Ecke dröhnt dir eine andere Weihnachtsmelodie ins Ohr. An den Feiertagen versucht man der Harmonie willen, möglichst die gesamte Verwandtschaft unter einen Hut zu bekommen, was mitunter zu stundenlangen Warteschlangen auf den Autobahnen und fast akrobatischen Stapeleinlagen bei der Bahn führt. Was da an Harmonie übrig bleibt, kann man sich denken. Das Einzige, was noch ansatzweise mit dem Fest der Liebe zu tun hat, sind hartnäckige Love-handles, die sich als unübersehbare Rettungsringe auch noch Monate später um die Hüften rollen…

Eine Flucht in die Sonne erscheint da wie ein Lichtblick am Horizont. Aber zählt das dann eigentlich noch als richtiges Weihnachtsfest? Dazu gehört doch Schnee, ein Tannenbaum und Lametta, Kekse, Glühwein und die Weihnachtsgans… Das meinen wir, weil wir es nicht anders kennen. Aber ich kann Ihnen versprechen, Weihnachten wird auf der ganzen Welt gefeiert, und so leicht flüchtet es sich nicht…

Wohin fliegt der Deutsche, wenn er wenig Zeit hat aber optimale Sonnenauslastung wünscht? Na klar, mit dem Ferienbomber auf die Kanaren. Im Idealfall gibt’s hier Sonne satt, aber keine Angst, der Weihnachtsmann lässt sich davon nicht abschrecken. Auch bei 25Grad Idealtemperatur läuft er in voller Ausrüstung mit Mütze und Stiefeln am Strand entlang. Der Arme hat ja nichts anderes zum anziehen, oder haben Sie vielleicht den Weihnachtsmann schon einmal in Badehose gesehen? Na also – Wiedererkennungswert garantiert! Die Ferienhotels werden bereits vor dem 1.Advent weihnachtlich dekoriert, um einen daran zu erinnern, dass man noch Geschenke kaufen muss. Eigentlich gar keine schlechte Marketingstrategie, denn Weihnachten kommt ja jedes Jahr wieder sehr überraschend..

Wer mehr Zeit hat und es sich leisten kann, fliegt am besten gleich weiter weg, zum Beispiel in die Karibik, um auf Nummer sicher zu gehen: kilometerlange Sandstrände, glasklares Wasser, Kokospalmen und mittendrin – der Weihnachtsmann! Man kann ihm nicht entfliehen, er ist allgegenwärtig!

Links: Obststand in Costa Rica – wo ist der Weihnachtsmann? Rechts: Reichlich geschmückter Tannenbaum in Cozumel / Mexico

Palmen spenden kühlenden Schatten, aber zur Weihnachtszeit darf man sich hier auch unter der reichlich behängten Nordmann-Tanne heimisch fühlen. Es lebe der Kitsch, das ist die Devise. Nicht zuletzt, damit sich die täglich zu Tausenden von Kreuzfahrtschiffen an- (und auf-) geschwemmten Amerikaner auch wie zu Hause fühlen. So ist das dann mit der Globalisierung. Der ist es schließlich zu verdanken, dass man niemals auf der Welt irgendetwas vermissen muss. Der Lieblings Coffee Mocha Latte Chocolate Flavour Venti To go einer bekannten amerikanischen Kaffeehauskette schmeckt in einem karibischen Touristenort eben genauso, wie am Berliner Hauptbahnhof. Wenn das mal keine Errungenschaft der neuen Zeit ist..

Wenn man den richtigen Stoff raucht, bekommt auch der Weihnachtsbaum etwas Weibliches… Weihnachtsfrau in Ochos Rios / Jamaica

Musikalisch wird man in der Karibik auf vielerlei Arten weihnachtlich gestimmt, und das meistens aus mehreren Richtungen gleichzeitig. Während man bei der Reggae-Version von „Jingle Bells“ noch überlegt, wie das Lied eigentlich ohne Steel Drums klingt, dröhnen einem parallel dazu karibische Merengue-Klänge ins Ohr, aus denen sich nach längerem Hinhören „Rudolph the rednosed rendier“ herauskristallisiert. Wenn damit auch nicht unbedingt der Grundstein für einen neuen musikalischen Stilmix gelegt wird, so ist das doch allemal eine gute Alternative zum alljährlichen Kirchenchor.

Wenn Sie also an den Feiertagen noch nichts vorhaben, probieren Sie es doch einfach mal aus: Cuba Libre statt Glühwein, Truthahn statt Weihnachtsgans, Gemeinsamkeit statt Konsumwahn. Sie werden überrascht sein, dass sogar Ihr Geldbeutel noch etwas übrig hat. Und wenn Ihnen das zu viel Aufwand ist, dann ziehen Sie sich doch einfach mit nem guten Mojito in die Sauna zurück. Vergessen Sie aber nicht, vorher die Musikanlage auszuschalten…







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